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Agenda 21 und Aalborg Commitments
Auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro wurde die Agenda 21, das Handlungsprogramm der Vereinten Nationen für das 21. Jahrhundert, von über 170 Regierungen unterzeichnet. In der Agenda 21 werden die Kommunen mit ihrer Bürgerschaft als wichtige Akteure für eine zukunftsfähige Entwicklung benannt.
Die Charta der europäischen Städte und Gemeinden auf dem Weg der Zukunftsbeständigkeit, die Charta von Aalborg, wurde 1994 verabschiedet. Der Freiburger Gemeinderat stimmte 1996 der Charta von Aalborg zu und verpflichtete sich zur Erarbeitung einer Lokalen Agenda 21. In sieben Arbeitsgruppen der Freiburger Agenda 21 wurden ein Leitbild und Leitziele erarbeitet, die vom Freiburger Forum beschlossen und dem Gemeinderat vorgestellt wurden.
Auf der Konferenz Aalborg+10 wurden die Aalborg Commitments entwickelt, um städtische Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung zu stärken und der Lokalen Agenda 21 neue Impulse und Instrumente zu geben. Im Dezember 2006 hat Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon die Aalborg Commitments unterzeichnet. Damit hat sich die Stadt Freiburg verpflichtet, eine Bestandsaufnahme über die Lage der Kommunen durchzuführen, gemeinsam mit der Bürgerschaft Ziele zu erarbeiten und eine regelmäßige Erfolgskontrolle des Erreichten zu gewährleisten.
In den Aalborg Commitments werden zudem konkrete Bereiche benannt, die es zu bearbeiten gilt. So hat sich Freiburg z. B. verpflichtet:
- gemeinsam mit der Bürgerschaft Ziele zur Verringerung des Energieverbrauchs zu erarbeiten und Maßnahmen zu ergreifen, die den Anteil der regenerativen Energie erhöhen,
- den Klimaschutz in den Bereichen Energie, Verkehr, Beschaffungswesen, Abfall, Landwirtschaft und Forstwirtschaft zu verankern,
- in der Stadtplanung und Stadtentwicklung alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ziele zu entwickeln und Maßnahmen umzusetzen.
Die bisherigen Strukturen werden durch die Bildung des Freiburger Nachhaltigkeitsrats, des Agenda 21-Ausschusses, der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und von Agenda 21-Projektgruppen optimiert. Damit wird auch die Zusammenarbeit von Gemeinderat, Bürgerschaft und Verwaltung im Rahmen der Agenda 21 organisatorisch verbessert.
In den Agenda 21-Projektgruppen werden von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen nachhaltige Projekte durchgeführt. Die verwaltungsinterne Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit vernetzt die Arbeit der Verwaltung mit den Freiburger Agenda 21-Gremien. Sie bereitet die Sitzung des Agenda 21-Ausschusses vor. Der Agenda 21-Ausschuss hat die Aufgabe, nachhaltige Projekte und Maßnahmen von Bürgerschaft und Verwaltung miteinander zu vernetzen. Dies beinhaltet die frühzeitige Information und Zusammenarbeit bei geplanten Projekten, Maßnahmen und Aktionen. Der Nachhaltigkeitsrat soll einen Teil des in Freiburg verfügbaren Innovationspotenzials zum Thema Nachhaltigkeit versammeln. Wie in den Aalborg Commitments gefordert, sollen in ihm Persönlichkeiten vertreten sein, die in den jeweiligen gesellschaftlichen Bereichen Vordenker zur Zukunftsfähigkeit der Stadt Freiburg sind. Der Nachhaltigkeitsrat berät Gemeinderat und Stadtverwaltung zur nachhaltigen Entwicklung und bei der Umsetzung der Aalborg Commitments.
Die Freiburger Bürgerinnen und Bürger wurden bereits mehrfach für ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Auf der Urban 21 im Jahr 2000 in Berlin wurde die Region Freiburg als „Region der Zukunft“ gewürdigt, im Jahr 2004 gewann Freiburg beim Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ der Deutschen Umwelthilfe einen ersten Preis und im Jahr 2006 erhielt Freiburg beim landesweiten Wettbewerb „Meine Welt. Deine Welt. Eine Welt“ den ersten Preis für das entwicklungspolitische Engagement der Bürgerschaft.
Unter dem Dach der Freiburger Agenda 21 sind viele Projekte vereint, die den Nachhaltigkeitsgedanken in die Praxis umsetzen. Von engagierten Bürgerinnen und Bürgern wurde das Eine Welt Forum gegründet, das sich mit mehreren Projekten in die Bildungsarbeit zum Thema Eine-Welt einbringt. Das Forum organisiert zudem gemeinsam mit der Stadt die „Freiburger Eine-Welt-Tage“.
Mit Kaffee Freinica wird für den Kauf von fair gehandeltem Kaffee aus Nicaragua geworben. Auch die Ökostation Freiburg lenkt mit den Projekten „Sintflut 21“, „Zukunftsfähige Lebensstile“ und „Die Blaue Schatzkiste“ den Blick auf die globale Verantwortung. Konkret wird die Unterstützung für die Bevölkerung in den Projekten „Solarlampen“ und „Energiecenter“ des Afghan Bedmoschk Solar Center e.V. in Afghanistan umgesetzt. Kinder und Jugendliche werden mit den Projekten „Sound Ear“ und „Schuldetektive“ angesprochen. „Sound Ear – leisere Töne für Kinderohren“ des Arbeitskreises „Nächste Generation“ versucht, mit Hilfe eines elektronischen Ohrs Schulkindern ein Bewusstsein für Lärm zu vermitteln. Bisher haben 41 Schulen der Region das „Sound-Ear“ ausgeliehen. Die vom Verein für regionale Gesundheitsförderung als „Schuldetektive“ ausgebildeten Schülerinnen und Schüler werden mit einem Detektivkoffer ausgestattet und erkunden ihr Lernumfeld auf umweltbezogene Belastungen. Mit dem Samstags-Forum wird die nachhaltige Bildung an der Universität Freiburg weiter intensiviert. Die Vorlesungen zu den Themen Energie, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung sind offen für alle und erreichen hohe Teilnehmerzahlen. Die Exkursionen sind regelmäßig ausgebucht. Bisher wurden 21 nachhaltige Freiburger Projekte im Rahmen des Landeswettbewerbs zur Lokalen Agenda 21 mit insgesamt über 200.000 € gefördert.
Schaufenster des bürgerschaftlichen Engagements und Kontaktstelle für die verschiedenen Initiativen und Gruppen in Freiburg ist seit seiner Eröffnung im Herbst 2000 der Treffpunkt Freiburg. Mehr als 70 Gruppen aus den Bereichen Umwelt und Soziales nutzen die Räume für Veranstaltungen und Treffs. Getragen wird der Agenda 21-Prozess in Freiburg wesentlich durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Viele Gruppen, Initiativen und Menschen setzen sich in Freiburg mit großem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt ein.







